Freiflächenmonitoring durch Luftbildanalyse
Beispiel: Stadt Gelsenkirchen
Vor dem Hintergrund des 5-ha-Ziels der Landesregierung in NRW zur Reduzierung der Flächeninanspruchnahme wurde in Gelsenkirchen ein gesamtstädtisches Freiflächenmonitoring beschlossen. Das Freiflächenmonitoring soll dokumentieren, wie sich in den Jahren nach dem Höchststand der Industrialisierung die noch vorhandenen Freiflächen und die freiwerdenden Industrieflächen entwickelt haben. Ein wesentliches Motiv zur Durchführung des Projektes war eine fehlende objektive Datenbasis in Bezug auf Flächenveränderungen, und zwar sowohl im Hinblick auf den Freiflächenverbrauch als auch hinsichtlich einer Freiflächenrückgewinnung.
Zentrale Informationsquelle für die Veränderungen relevanter Nutzungsformen im Stadtgebiet von Gelsenkirchen waren Luftbilder aus unterschiedlichen Befliegungsjahrgängen (1969, 1978, 1995, 2001 und 2009). Als Ergebnis lag ein Shape-File mit ca. 19.000 Einzelflächen vor, wobei jedem Flächenpolygon die entsprechende zeitschnittbezogene Nutzungskategorie zugeordnet wurde. Bei quantitativer Analyse der Erhebungsbefunde zeigt sich eine deutliche Abnahme des Freiflächenanteiles durch den Verbrauch landwirtschaftlicher Flächen. Demgegenüber ist eine Zunahme der bebauten/versiegelten Flächen um ca. 13 % zu verzeichnen. Insgesamt zeigt sich durch die Flächenstatistik deutlich, dass die Inanspruchnahme von Freiraum sowie der Verlust schutzwürdiger Böden zwar verlangsamt, nicht aber gestoppt werden konnte.
| DOI: | https://doi.org/10.37307/j.1868-7741.2013.04.04 |
| Lizenz: | ESV-Lizenz |
| ISSN: | 1868-7741 |
| Ausgabe / Jahr: | 4 / 2013 |
| Veröffentlicht: | 2013-11-18 |