Bodenschutz
 

Bodenkundliche Baubegleitung im Rahmen von Baustellen bei horizontalen Spülbohrungen
an Fallbeispielen auf Norderney und in Hilgenriedersiel (Ostfriesland)

Im Rahmen des Netzausbaus und der Energiewende wird zur Übertragung der vor der Küste erzeugten Windenergie (offshore) der Netzanschluss an das Stromnetz auf dem Festland notwendig. Hierbei ist die Querung der dem Festland vorgelagerten Inseln unter Einsatz von horizontalen Spülbohrungen sowie mehreren Baustelleneinrichtungsflächen notwendig – in diesem Fallbeispiel die ostfriesische Insel Norderney. Diese Projekte befinden sich in einem sehr sensiblen ökologischen System – dem Nationalpark und Weltnaturerbe „Wattenmeer“ – und erfordern von dem üblichen Vorgehen abweichende Lösungsansätze. Die Beeinträchtigung des Schutzguts Boden ist hierbei so gering wie möglich zu halten, was am Beispiel der Baustelleneinrichtungsflächen und der durch die HDD beanspruchten Flächen aufgezeigt wird. Als bodenschonende Maßnahme werden u. a. Bagger mit Moorlaufwerken in sensiblen Bereichen eingesetzt, um einen möglichst geringen Kontaktflächendruck zu erreichen. Eine gründliche Vorerkundung der Standorteigenschaften und der örtlichen Gegebenheiten ist u. a. für die Erarbeitung von Bodenschutzkonzepten sowie der nachgelagerten Rekultivierung zurück zur Mäh- und v. a. Weidegrünland (feuchtes, mesophiles Grünland) von größter Relevanz. Hinzu kommt vor, während und nach der Bauausführung eine permanente bodenkundliche Begleitung und Beratung des Auftraggebers im Hinblick auf die bodenkundlichen Belange. Ziel ist es, die Prozesse insbesondere im Bauablauf unter Einbeziehung aller Beteiligten zu optimieren und die Auswirkungen auf das Schutzgut Boden zu minimieren.

As part of expanding the electricity grid and the energy transition, connecting offshore wind farms to the onshore grid and landside cable routes is necessary. This means, crossing islands off the coast and creating temporary construction sites, like East Frisian island Norderney in this case. These projects are located in a very sensitive ecological system – the Wadden Sea National Park and World Heritage Site – and require solutions that deviate from standard practice. The impact on the soil, as a protected resource, must be kept to a minimum to prevent any detrimental changes to its functionality, as demonstrated by the example of the site installation areas and the areas affected by HDD. As a soil-conserving measure, excavators with moor tracks are used in sensitive areas, amongst other things, to achieve the lowest possible contact pressure. Therefore, a careful look at the site’s specific conditions and local situation is highly important for developing soil protection plans and the following recultivation for subsequent use as meadows and pastures. In addition, there is ongoing soil monitoring and consultation with the client with regard to soil issues before, during and after construction. In this way, the processes involved in the construction work can be optimized with the involvement of all parties concerned, and the impact on the protected resource can be minimized.

Lizenz: ESV-Lizenz
ISSN: 1868-7741
Ausgabe / Jahr: 3 / 2026
Veröffentlicht: 2026-08-17